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Mitte Februar bis Anfang April ist Jahr für Jahr die Zeit um an zahlreichen Präsentationen teilzunehmen. Damit erleichtern wir es Menschen, die das selbe Verständnis von hoher Weinqualität haben wie wir, uns zu finden.

Ende Februar präsentierte ich unsere Weine auf der BioFach in Nürnberg . Gleich danach war die Burgenlandlandpräsentation in der Wiener Hofburg . "Seniorchef" Ludwig ging fast zeitgleich auf Weintour in den Bergen bei Zell am See . Kathi, Maximilian und ich brachten hingegen Anfang März die Pro Wein in Düsseldorf  über die Bühne. Noch ist es nicht aus. Schon in der übernächsten Woche stehen die Mittelburgenland Präsentationen in München , Götzis  und Salzburg  an.

Hier ein paar Eindrücke:


07.Februar 2012 - Vom Lehm, ein neuer Wein?

Seit kurzem findet sich ein Wein mit dem Namen "Blaufränkisch Vom Lehm"  - (Mittelburgenland DAC Reserve) in unserem Sortiment. Klarerweise werde ich des Öfteren danach gefragt, ob dies ein neuer Wein sei. Nun zur leicht verwirrenden Entwirrung:

  • Nein, nicht NEU, da es die Weiterführung der Blaufränkisch Reserve  ist, und es diesen mit dem Jahrgang 2009 nicht mehr geben wird. Großteils sind auch die Trauben der selben Weingärten der Rieden Hochäcker und Altes Weingebirge im Einsatz. Eben diese Rieden sind auch der Grund dafür, dass der Zusatz "Vom Lehm" nun betont wird. Handelt es sich hierbei doch um einen sehr schweren Boden mit hohem Lehmanteil, dem die Sorte Blaufränkisch äußerst wohlgesinnt ist.
  • Ja, NEU, da sich mein Vertrauen in unsere Weine gesteigert hat, und ich mir daher mehr "Grenzgang" als zuvor zutraute. Beim neuen "Blaufränkisch Vom Lehm" wurden zwar relativ viel neue Holzfässer eingesetzt, dies waren allerdings 500l Fässer, also mehr als zweimal so groß wie ein klassisches Barrique. Das Holz wurde nur auf kleiner Flamme, dafür aber sehr lange getoastet, somit besteht keine Gefahr dass der Wein von Holzaromen überdeckt wird, er wurde dadurch noch geradliniger. Außerdem beließ ich den Wein über ein Jahr auf der Grobhefe (=dickes, dunkles, zähes Etwas das sich im Fass absetzt), was den Wein auf das Äußerste stabilisierte (-aber ohne Erfahrung sehr riskant ist!). Durch diesen Ausbau konnte ich auch den Schwefelgehalt (SO2 ist im Rotwein notwendig) auf ein Drittel des herkömmlichen Bedarfs reduzieren. Dies widerum kommt dem Weintrinker zu Gute.

Dieser neue Wein unterstreicht unsere Entwicklung der letzten Jahre. Unsere Weine sollen Geradlinigkeit, Lebendigkeit, Saftigkeit und Ehrlichkeit vermitteln. Dafür gehen wir weite Wege in unseren Weingärten, aber um so kürzere aber präzise im Keller. Dass dies auch schmeckt freut mich. Vor allem merke ich dies, wenn ich bei diversen Verkostungen, ob am Hof oder auswärts, den Lohn für die Arbeit der gesamten Familie einstreife, und positives Feedback erhalte. Aber auch unter den so genannten Profis fand unser NEUER Wein Zuspruch:

  • 91-93Pkt Falstaff, 16/20 Pkt Vinaria (unter den Besten Weinen unter 15€), drei Sterne und Auszeichung im Casino Baden von Wein.pur, unter den fünf besten Blaufränkern der Verkostung in der aktuellen ÖGZ...

Das Jahr 2011 wird uns in bester Erinnerung bleiben.

Mit großem Erfolg brachten wir heuer unsere ersten Weine aus BIO Trauben auf dem Markt. Die sechsundreißig Monate Umstellzeit ist für uns beendet, ab jetzt wird nur noch "Biowein" auf höchstem Niveau gekeltert und kredenzt!

Außerdem begann für Kathi und mich ein neuer Lebensabschnitt. Unser Sohn Maximilian gibt uns seit Juli neue Energie für kommende Aufgaben.

Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2012 wünschen Ihnen

Daniel, Kathi, Maximilian

Ludwig und Marianne Bauer

Nachdem nun einige Zeit seit der letzten Aktualisierung verstrichen ist, gibt es einiges Neues aus unserer kleinen Bioweineinwelt zu berichten.

Das Rotweinfestival 2011 (07.-10.Juli) werde ich so schnell nicht vergessen. Am ersten Tag kam meine Nichte Klara zur Welt, was mich zum zweifachen Onkel machte. Nur zwei Tage darauf wollte Maximilian uns kennen lernen, was mich zum einfachen Papa machte.

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2 Monate später ist er noch unschlüssig

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3 Monate später (jetzt) weiß er schon was er will

Dann war bis vor kurzem noch etwas..., ach ja die Weinlese. Auch diese werde ich (wie jede die ich "bestritt") nicht vergessen. Scheinbar machte der Sommer heuer im Juli eine Pause, um uns während der Weinlese ständiger Begleiter sein zu können. Den Reben gefiel´s, und uns auch. Verschont von vorzeitigen Ernteausfällen durch Unwetter, ernteten wir heuer die erwünschte Menge. Wenn ich jetzt über die Qualität zu fabulieren begönne, käme ich aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Darum belasse ich es lieber bei einigen Fotos - nur soviel: diese war auch erwünscht, erträumt träfe es aber besser!

Bio Kontrollstelle

unsere Bio Kontrollstelle

Vor zwei Wochen wurde unser Gebiet von schweren Unwettern heimgesucht. Bezüglich des Hagels, hatten wir diesmal Glück. Natürlich wurden aber auch unsere Weingärten mit riesigen Regenmengen innerhalb kürzester Zeit konfrontiert. Dass Sie hierbei rundum schadlos blieben, hatte jedoch wenig mit Glück zu tun. Eher mit der biologischen Wirtschaftsweise. Der Boden ist das Kapital des Weinbauern, aber auch Kapital aller. Bewachsener Boden nimmt schädigende Emissionen auf, offen gehaltener Boden setzt welche frei. Das ist nur ein Unterschied....

Schlamm

Das Unwetter spülte den wertvollen Humus des Nachbarn vollkommen weg.

unser Weingarten

Gleich daneben blieb unser Bioweingarten vollkommen unbeschadet.

Jede Begrünungsflanze im Weingarten, beeinflusst das Bodenleben, sowie die Reben. Deshalb suchen wir die richtigen Pflanzen aus. Um die optimale Saatischung zu finden, ist uns kein Weg zu weit. So arbeiten wir seit heuer mit dem wissenschafltichen Institut "Bio Forschung Austria" zusammen. Denn am Ende zählt die Qualität des Weines!

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die bunten Begleiter unser Reben

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sogar Erbsen und Bohnen sind dabei

Ebenso arbeiten wir versuchsweise mit einem Imker zusammen. Bienenstöcke wurden dabei inmitten eines Weingartens plaziert. Ziel ist es, mit Hilfe der fleißigen Bienen, neue Strategien für eine Schädlingsabwehr (nicht Bekämpfung!) zu entwickeln.

Biene

Der Honig schmeckt übrigens hervorragend!

Armee

die friedlichste Armee der Welt

All diese Maßnahmen haben zum Ziel, besseren Wein zu erzeugen. Vor Kurzem haben wir den 2009er "Blaufränkisch Vom Lehm" abgefüllt. Ein neuer Wein, ein Wein der selbst mir vollkommen neue Eindrücke meiner Lieblingssorte vermittelt. Von dieser Lebendigkeit und der Qualität des geballten Tannins, lasse ich mich gerne in andere Sphären versetzen. Jetzt aber noch nicht, jetzt wird gearbeitet, der Wein muss ohnehin noch etwas ruhen...

Alles Gute Daniel


16.06.2011--gut gebrüllt Matrose

CPTN

Die sehr bekannte Internetweinzeitung Captain Cork  macht mich hier etwas verlegen. Die Freude über diesen Artikel ist natürlich groß. 

 

Captain Cork

Wow

Den Artikel lesen Sie  hier...


8.5.2011-- Schwein gehabt...

Es sind die Nächte die uns Angst bereiten! Doch nicht um deren Dunkelheit und Gespenster sorgen wir uns dieser Tage. Etwas schauerlicheres treib in den letzten Tagen sein Unwesen. Manchmal zieht es zu unangebrachten Zeiten durch die Länder und verbreitet Schrecken. Das Stiefväterchen Frost.

zum Glück nur vereinzelt aufgetreten

Wenn es, wie heuer, schon einmal richtig warm war, die Triebe schon weit ausgetrieben sind, dann ist uns der Frost ein feindlicher Charakter. Glücklicherweise traf er uns hier in Unterpetersdorf nur zu einem ganz geringem Ausmaß. Die abgebildete Rebe stammt von einer Junganlage, es ist bislang die einzig beschädigte Fläche. Leider können nicht alle Kollegen derzeit vom Glück (nichts anderes ist es in diesem Fall!) berichten. Angeblich ist die 2012er Ernte für einige Winzer in Deutschland und Österreich bereits gelaufen...

Ich hingegen drufte am heutigen Muttertag eine Tour durch unsere Weingärten starten, die der Beobachtung und dem Nachsinnen gewidmet war. Hier einige Eindrücke davon:

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gesunde, lange Triebe im Alten Weingebirge

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ein von der Sonne beseelter Blick vom Alten Weingebirge in die Umgebung

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neue Energieformen braucht das Land

 

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Gelbes Meer vor Horitschon

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Schuhe die dem Fahrradfahren, nicht aber der Weingartenbesichtigung dienen.- Meine Zehen sind zum Glück wieder im Trockenen.

 
Kopie von DSCF2419

Horitschoner Weingärten im Spiegel der Lacke.

 schöne Grüße aus Unterpetersdorf, Daniel

Wenn alle Jahre gut wären, wäre das langweilig?

Diese Frage wurde mir kürzlich gestellt. Ich antwortete: "NEIN auf keinen Fall.  Wenn alle Jahre gleich wären, JA." Wieder einmal ein besonderer Fall ist der 2010er Jahrgang. Er wird als ein kleiner Jahrgang in die Geschichte des österreichischen Weinbaus eingehen. Er wird als verhältnismäßig noch kleinerer in die Geschichte der Bauer Pöltls eingehen. Aber schlecht war er deswegen nicht.

Es zeigte sich einmal mehr, auf welche Sorten wir uns auch in witterungsbedingt schwierigen Jahren verlassen können. Zum einen ist es der Blaufränkisch, der sich auch heuer perfekt in die Eiche kleiden lässt, ohne von ihr verschluckt zu werden. Des Weiteren der Zweigelt, der sich ausgesprochen fruchtig und mild präsentiert. -

Der 2010er Zweigelt ist vor Kurzem in den Verkauf gelangt . Er steht vollkommen für die oben beschriebenen Atrtribute.

übringens: trotz der kleinen Menge des Jahrganges werden wir nicht teurer (wir sind stark genug um unseren Kunden die gewohnt hohe Qualität zum gleichen Preis anzubieten)

Alle unsere Weine ab Jahrgang 2010 werden mit dem offiziellen BIO Kontrollkennzeichen "AT BIO-402" versehen. Sie sind nach der 36 monatigen Betriebsumstellung somit "Weine aus Bio Trauben". Beides ist am Rücketikett vermerkt.

2009

Doch auch der 2009er Jahrgang, der die sechwöchige nonstop Sonnenscheinperiode während der Reifezeit klar erkennbar macht, bereitet Freude. Die bereits im Verkauf befindlichen Klassiker haben Charakter, Schmelz und Frucht, wie es von wirklich großen Jahrgängen zu erwarten ist.

Ein neuer Wein wird demnächst gefüllt: der Blaufränksch Vom Lehm 2009 , er wird die Blaufränkisch Reserve ersetzen. Auf den freue ich mich ganz besonders! 

Welche Erfolge konnten wir in letzter Zeit sammeln? Einige: Vier Sterne bei "Österreichs beste Rotweine", Zweiter Platz für den Blaufränkisch Classic bei 1st Austiran Red Wine Prämierung, 91 Punkte Falstaff, drei Punkte (sehr gut) für die gesamte Linie vom deutschen Feinschmecker Magazin...

Falls Sie auf den einen oder anderen Wein neugierig geworden sind, besuchen Sie uns, oder klicken Sie auf Termine.  

schöne Grüße aus dem frühsommerlichen Blaufränkischland

Daniel Bauer

Nach gefühlten 16 Monaten Winter, meldet sich die wärmende Sonne wieder zu Wort.

Sonne

Nach dem Abfrieren des Allerwertesten beim Rebschnitt, - 
nach der Vitamin D armen Kellerarbeit, -
zeichnet sich jetzt eine Wende ab...

Vorige Woche tuckerte ich noch auf ökobewußten Sohlen durch halb Europa. Ziel: zu sehen, wie beliebt der österreichische Blaufränker bei Verkostungen schon ist.

Züge

In Brüssel standen sich Deutschland und Frankreich (ICE vs.TGV), "böse dreinschauend" gegenüber

 


Gleich am Wochenende darauf durften meine schneeweißen Stelzen erstmals sonnige Frischluft schnuppern.- im Raxgebirge.

WandernII

der erste warme Tag des Jahres


Doch diese Woche ging es dann aber wirklich los.

Blume

ich will endlich raus!


Heute montierte ich Nistkästen für Nutzvögel in unseren Weingärten. Fünf Stück pro Hektar. 
"Jetzt haben Sie endgültig einen Vogel!" - werden sich wohl einige vorbeigurkende Biker oder Walker sagen. Hoffentlich werden es viele mehr, sage ich mir! Je mehr Nützlinge, umso weniger Platz für Schädlinge.

Pieps

PIEPS!!!


Vatern durfte indes die Drahtgerüste und die Holzstecken auf Vordermann bringen.

Vatern

brav! und nicht gestellt dreinschaun!

 


Wie man sieht wird der Weingarten endlich wieder richtig gerockt!

Schöne Grüße aus dem sonnigen Blaufränkischland

Daniel

Jetzt ist mir beim Zähneputzen eingefallen, dass ich dir schon wieder was berichten muss! 

Weil sich bestimmte Ereignisse manchmal eben so treffen dass es nicht anders geht.

 

Keller

hier lagern zwei omiöse Fässer!

Vor gut einem Jahr begann ich mit zwei Fässern Blaufränker einen Versuch zu machen, - nein falsch! – ich machte eigentlich absolut gar nichts mit den Fässern. Bis Mitte Oktober dieses Jahres. Zu dem Zeitpunkt verkostete ich die Fässer mit einem Kollegen.

Ist das nicht üblich? Wirst du dich nun fragen

Nein, da wir in der Weinbauschule unter anderem gelernt haben (das meiste Wissen daraus ist ohnehin schon im Alten Weingebirge versickert), Rotwein benötigt erstens Belüftung, sonst wird er reduktiv (=zu geringer Sauerstoffgehalt im Wein, stinkt!), und zweitens Schwefel, sonst wird er oxidativ(=zu hoher Sauerstoffgehalt im Wein, stinkt auch, Essig!)

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brauner Apfel - so ähnlich riecht oxidierter Wein

   

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altes angeschlagens - Ei, so ähnlich riecht reduktiver Wein

Und wie war er nun, der Wein? Müsste deine Frage lauten – ein bisschen offen war er schon (=leicht oxidiert), aber die Geschichte geht ja noch weiter!

Jetzt wirst du als gewiefter Leser sofort fragen? Warum macht man dann überhaupt etwas, das Belüften und Schwefeln wiegt sich doch ohnehin auf.

Natürlich hast du Recht, aber bring es einmal soweit, dass du auch noch den allerletzten Stein der schulischen Weisheit ins Nirwana schickst!

Und ohne Hintergrundwissen über ein anderes Gebiet geht es auch nicht. Die Natur ist natürlich der Schlüssel zur Einfachheit.

Früher hat uns unsere naturnahe Arbeit im Weingarten die nötige Stabilität und Balance in den Wein gebracht, sodass wir großteils mit Schwefel als einzigen Additionsfaktor im Wein auskamen. Reinzuchthefen zur Vergärung, Bakterien für den Säureabbau… Viel Schnickschnack steht uns Weinbauern zur Verfügung, um die Weine „konsumfreudiger“ zu machen, - wir verzichteten schon früher darauf. Nicht weil unsere Weine nicht konsumentenfreundlich sein sollen, nein, sondern weil wir die Balance im Wein nicht zerstören wollten.

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unsere alten Flaschen, - sehen lustig aus, schmecken auch oft noch gut!

In unseren gereiften Weinen bleibt dadurch eine enorme Lebendigkeit erhalten. Einige Flaschen aufbehalten lohnt sich! Trotzdem wäre mir damals beim Versuch, absolut nichts mit dem Wein zu machen, der selbe unter der Nase davonoxidiert und so zu Essigähnlichem mutiert.

Scheinbar haben sich nun, durch die enorm nachhaltige und biologische Arbeit im Weingarten, einige kellertechnische Schwierigkeiten aus dem Weg räumen lassen. Die Weine sind noch stabiler geworden.

Nach der Verkostung gab ich den beiden Fässern eine kleine Schwefelmenge. Gestern habe ich sie wieder verkostet. Das Ergebnis ist…wow…wahnsinnig beeindruckend. Die leichte Oxidation ist komplett verschwunden, der Wein absolut stabil. Wir kommen so mit einem Bruchteil an Schwefel aus. In all unseren Weinen wurde die Schwefelgabe schon vor einiger Zeit reduziert, aber, dass wir beinahe ohne auskommen würden, hätte ich mir nicht gedacht! Solche Weine werden heute gerne als Naturweine bezeichnet. Bio-keine Zusätze-minimal (oder kein) Schwefel 

Jeder Interessierte ist auf eine Kostprobe am Hof (nach Terminvereinbarung) eingeladen!

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unsere alten Weingärten, sehen lustig aus und....

Zurück zum Ausgang. Warum ich euch das heute alles erzähle? Weil ich gestern im Internet auf einen Artikel des von mir gern gelesenen „Weinphilosophen“ Hans-Peter Schmidt gestoßen bin. Er sagt da:

„Naturweine haben Charakter. Charakter war im Sozialismus strafbar, und im Bürgertum geduldet, solang zumindest als es sich nur um Außenseiter handelte, die die sonstige Eintönigkeit ein bisschen erträglicher machen.“

oder kritischer:

„Nie wird die Welt danach verlangen, aufrichtige Weine zu trinken. Sie hätte viel zu viel Angst, auch sonst aufrichtig leben zu müssen. Im Wein liegt die Lüge, im Leben soundso“

?Das ist Naturweinpoesie! Brauchen wir so etwas?

Wir brauchen!  - und du siehst wozu Zähneputzen auch gut ist!

auf dein Wohl, Daniel

Der Artikel unter: http://www.mythopia.ch/blog/wein-aus-trauben-und-frischer-luft-sonst-nichts/

Das war´s, der Weinjahrgang 2010 ist gelaufen! Oder steht er erst am Beginn seiner Karriere? Wie immer man es sieht, er ist im Trockenen. Wie er wird, willst du wissen?

Gut.

Glaubst du nicht? So einfach ist es auch nicht.

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"der is voll, i fahr heim" 

In manchen Medien war zu lesen, dass dies abermals ein Jahrhundertjahrgang wird, allerdings diesmal im negativen Sinne. Andere sprachen von geringer Menge, jedoch hoher Qualität. Am 13.August hätte ich noch die erstere Aussage unterschrieben. Grund: ein kräftiger Hagelschauer zog über Unterpetersdorf hinweg und hinterließ ein Bild der Verwüstung. „Jahrgang ade, schade um die Arbeit das ganze Jahr über“ fuhr es mir durch den Kopf.

Und Jetzt?

-Ist erst einmal gesichert dass wir diesen Jahrgang auch ohne Traubenzukauf bewerkstelligen können. Grund: zum Glück waren nicht alle Weingärten betroffen. Natürlich haben wir trotzdem verdammt wenig Wein im Keller (oder Maische in den Gärbehältern). Wir werden im 2010er Jahrgang auf einige sehr geliebte Weine verzichten müssen. Wir haben schlichtweg zu wenig geerntet!

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Gärung der besten Blaufränker

Die klassischen Roten sind schon vergoren und haben eine supersaubere (würde wohl KHG sagen), megalaute, hyperdiffizile (um beim ach so geliebten Neudeutsch zu bleiben) Kirschfrucht mit viel Würze anzubieten. domus petri und Hochäcker werden natürlich auch wieder ihre Vorzüge zeigen. Auf den Pinot Noir und die Blaufränkisch Reserve freue ich mich schon sehr. Für ZW Schachen, Cabernet Sauvignon, Christania und (lautes, lautes SCHLUCHTZ!) Altes Weingebirge Premium wird es dieses Jahr leider eng. Ihnen lieber Leser (und hoffentlich auch begeisteter Genießer unserer Weine) kommt es trotzdem zu Gute, da diese Toplagen nun in den anderen Weinen zu finden sind.

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Leider war der Gärraum heuer nie voll

Nun zur Qualität des 2010ers!

(Jetzt wird´s anstrengend, die folgenden Gedanken sind mir vorher während des Maischeuntertauchens durch den Kopf gegangen, und das war auch anstrengend!)

Vorsicht, ich hole weit aus:

Was ist Qualität eigentlich? (oh mein Gott, was für ein „Ausholer“(GÄHN, Marketingunterricht 17.00 Klosterneuburg, ich will nach Haus!!))

Über Qualität wird bekanntlich im Auge des Betrachters entschieden. Und das sind in erster Linie Sie lieber Weintrinker. Wenn für Sie hohe Qualität bei Rotwein anhand von Merkmalen wie tiefdunkler Farbe, dunkle Brombeere mit Vanille in der Nase, breit, weich am Gaumen in Erscheinung tritt, dann werden ihnen unsere 2010er wahrscheinlich nicht schmecken. Dann haben Ihnen aber auch unsere 2001er, 02er, 03er...bis 09er nicht geschmeckt.

Zählen für Sie allerdings Attribute wie Vielschichtigkeit in der Nase, Mineralität und Ausdruck am Gaumen, Lebendigkeit im gesamten Erscheinungsbild, dann werden Sie wie bisher gut von uns versorgt werden. Eigenständige Weine haben den großen Vorteil dass Sie nie etwas vorzutäuschen versuchen. Die qualitativ hochwertige Handarbeit dahinter kommt in jedem Jahrgang positiv zu tragen. Den 2010er vergleiche ich am ehesten mit 2001, auch damals gab es viel Niederschlag, es war eine lange Vegetationsperiode und dieser Wein ist bis jetzt hervorragend zu trinken.

Gerade komme ich vom Untertauchen der Maische, die Aromen, die Farbe, die zupackenden Tannine beim Verkosten lassen wieder viel versprechen. Eines kann ich Ihnen wiederum versprechen: Es wird gut und hat Charakter!

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mein neuer Untertaucher, gut für Wein und Muskel

Daniel

Vorige Woche ging es gleich heiß her. Der gesamte Zweigelt wurde bereits geerntet und blubbert schon in den Gärbehältern.

Die Schalen sind hart und geben eine Menge Tannin ab. Auch die Zuckergradation ist mit durchschnittlich 18°KMW (=90°Oechsle) schön hoch.

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schon fast fertig vergoren

Frag mich nicht woher dieser hohe Zucker trotz des heurigen Dauermonsuns kommt. - das heißt frag mich doch!  Antwort: normalerweise erwarten wir 4000 l Wein pro durchschnittlichen Hektar Weingarten. Heuer werden es auf Grund des enormen Hagel im August und der Verrieselung der Rebblüten im Frühling ca. 1000 l Wein sein. Für die paar "Beyl" (=Beerele in Tirol, Hochdeutsch: Beeren) genügen schon die 2 Sonnenstunden, die wir heuer hatten, um reif zu werden. (ganz so schlimm war es auch nicht)

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fertig - und schöne Trauben!

Im Weingarten wird also fleißigst geputzt (=Entfernen der von der Witterung benachteiligten "Beyl") um am Ende wieder mit ruhigem Gewissen sagen zu können: "Na wenigstens die Qualität passt." 

Und das wird sie, - versprochen! 

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Papas meistgesagter Satz während jeder Weinlese: "Nur die schönen in den Kübel!"

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gemütliche Chefsache

Hallo miteinander. An dieser Stelle werde ich (Daniel) regelmäßig Gedanken niederschreiben die mich gerade beschleichen, weiters werde ich versuchen, den Jahresverlauf in den Weingärten zu dokumentieren.

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sehr motivierte Nachfolger 

Die Urlaubszeit ist leider vorbei, •, aus. Diese Woche ist die klassische Ruhe vor dem Sturm. Die Zweigelttrauben sehen aus als würden sie bald platzen (leider nicht vor Freude), die Zuckergradationen sind trotz des besch...eidenen Wetters erstaunlich. Bald, schon sehr bald geht es mit der Ernte los. Wie jedes Jahr heißt unser Credo: "das beste aus den Trauben herausholen!" + heuer nach Hagel und viel Regen ganz aktuell: "jetzt erst recht !"

 

Johanna

meiner Nichte Johanna schmecken die Trauben schon

Frühsommer 2010 in den Weingärten

...und all das lebt für die edlen Tropfen.